Die Betroffenen erlebten Maria Nowak-Vogl als ungerührten und kalten, ebenso lieb- und gefühllosen wie angsteinflößenden Menschen, der sie verachtete und verächtlich machte, einmal kühl strafend, dann wieder hysterisch schreiend, bisweilen als Zuchtmeisterin, die auch vor körperlicher Gewalt nicht zurückschreckte.

Und damit hast du sozusagen dein Leben abgegeben, du hast nicht mal Unterwäsche behalten dürfen: Die Kinder wurden auf einen Objektstatus reduziert, ihrer Habseligkeiten beraubt, erhielten Anstaltskleidung und kratzige Unterhosen. Sie fühlten sich wie in einer Strafanstalt, abgeschnitten von der Außenwelt in Räumen mit vergitterten Fenstern und Türen. Isoliert wie Seuchenkranke, von Lautsprechern und Videoanlagen überwacht.

Wir durften dort nichts reden, gar nichts, nie hat jemand mit mir dort geredet, warum? Warum hat nie jemand mit mir geredet? Ständig wurde etwas mit den Kindern und Jugendlichen gemacht, das sie nicht erklärt bekamen und nicht verstanden. Ihre Bedürfnisse und Empfindungen spielten keine Rolle. Verlangt waren Gehorsam und Unterwerfung. Die Betroffenen fühlten sich als Forschungsobjekte und defizitäre Mangelwesen behandelt. Lob und Ermutigung, Trost und Zärtlichkeit, Akzeptanz und Angenommen werden fehlten schmerzlich. Die Kinderbeobachtungsstation bildete ein System der Beziehungslosigkeit, in der Gefühle kriminalisiert wurden.

http://www.heimerziehung.at//kinder-und-jugendpsychiatrie/sicht-der-betroffenen
Abgerufen am: 25-06-2017